<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="ckp326.xml" xml:base="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp" prev="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp325.xml" next="https://id.acdh.oeaw.ac.at.at/ckp/ckp327.xml"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title level="s">Clara Katharina Pollaczek: »Arthur Schnitzler und
                                    ich«</title><title level="a">Clara Katharina Pollaczek an Arthur Schnitzler, 23.–24. April 1926</title><title type="alternative" when-iso="1926-04-23"/><title type="alternative" when-iso="1926-04-24"/><author ref="#12435">Pollaczek, Clara Katharina</author><editor><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name></editor><funder><name>FWF - Der Wissenschaftsfonds</name><address><street>Sensengasse 1</street><postCode>1090 Wien</postCode><placeName><country>A</country><settlement>Wien</settlement></placeName></address></funder></titleStmt><editionStmt><edition>CKP</edition><respStmt><resp>Transkription</resp><name>Müller, Martin Anton</name><name>Untner, Laura</name><name>Mangel, Michael</name></respStmt></editionStmt><publicationStmt><publisher>Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural
                                    Heritage</publisher><pubPlace>Vienna</pubPlace><date when="2023">2023</date><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de"><p>Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder
                                            Medium vervielfältigen und weiterverbreiten Bearbeiten —
                                            das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und
                                            zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.</p><p>Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen
                                            solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter
                                            folgenden Bedingungen:</p><p>Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und
                                            Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und
                                            angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben
                                            dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht
                                            werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht,
                                            der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung
                                            besonders. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen
                                            keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren
                                            einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen,
                                            was die Lizenz erlaubt.</p><p>Hinweise:</p><p>Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich
                                            solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder
                                            soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und
                                            Schranken des Urheberrechts gedeckt sind. Es werden
                                            keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet.
                                            Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle
                                            Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen.
                                            Es können beispielsweise andere Rechte wie
                                            Persönlichkeits- und Datenschutzrechte zu beachten sein,
                                            die Ihre Nutzung des Materials entsprechend
                                            beschränken.</p></licence></availability><idno type="handle"/></publicationStmt><seriesStmt><p>Machine-Readable Transcriptions of the Correspondences of Arthur
                                    Schnitzler</p></seriesStmt><sourceDesc><listWit><witness n="1"><msDesc><msIdentifier><country>A</country><settlement>Wien</settlement><repository>Wienbibliothek</repository><idno>H.I.N. 155550</idno></msIdentifier></msDesc></witness></listWit></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><langUsage><language ident="de-AT">German</language></langUsage></profileDesc><revisionDesc status="proposed"><change who="LU" when="2022-12-25">Angelegt</change></revisionDesc></teiHeader><facsimile><graphic url="ckp326"/></facsimile><text><body><div type="writingSession" n="1"><p>
      <lb n="01"/>ich ihr antworten: »Mein Kind, was Du da sagst, mag sehr klug, sehr prak¬
      <lb n="02"/>tisch sein, aber es missfällt mir <hi rend="underline" n="">sehr</hi> und ganz besonders von so einem
      <lb n="03"/>jungen Wesen. Wer liebt, <hi rend="underline" n="">kann</hi> sich nicht bewahren und wer nicht richtig
      <lb n="04"/>lieben kann wird weder beglücken, noch jemals wirklich glücklich sein.“
      <lb n="05"/>Aber ich bin weder der Freiherr noch Du – und so kann ich Leonilda
      <lb n="06"/>nichts erwidern. Dir aber möchte ich sagen: Man kann sich zurücknehmen,
      <lb n="07"/>auch wenn man sich ganz gegeben hat – ganz plötzlich – weil irgend
      <lb n="08"/>etwas innerlich kaput<supplied>t </supplied>gegangen ist oder auch langsam, weil durch irgend¬
      <lb n="09"/>welche Umstände eine Liebe abflauen kann. Aber <hi rend="underline" n="">lieben</hi> und mit einer
      <lb n="10"/>Bremse des Herzens und der Seele herumgehen, das kann man <hi rend="underline" n="">nicht</hi> und das
      <lb n="11"/>soll man auch nicht, denn es ist die Selbstverstümmelung eines Gefühls.
      <lb n="12"/>Sage mir nicht, es sei Dein »Wesen«, es ist nur ein <hi rend="underline" n="">Prinzip</hi>, mit dem Du
      <lb n="13"/>Deinem Wesen Gewalt antust. Lass mich glauben, dass es <hi rend="underline" n="">nicht</hi> Dein Wesen
      <lb n="14"/>ist.
      <lb n="15" type="paragraph-begin"/>Ich werde zum Abendessen gerufen, vielleicht ist es gut, dass
      <lb n="16"/>ich hier aufhören muss.
      <lb n="17" type="paragraph-begin"/>24.4.26.
      <lb n="18" type="paragraph-begin"/>Endlich Sonne und blauer Himmel. Am Vormittag zwei Stun¬
      <lb n="19"/>den mit meiner Schwester spazieren gegangen, den ganzen übrigen Tag faul
      <lb n="20"/>im Garten gesessen und mich gesonnt. – Jetzt bist Du in Lissabon gelan¬
      <lb n="21"/>det und ich erwarte Dein Telegramm mit einiger Ungeduld. Meinen rekom¬
      <lb n="22"/>mandierten Expressbrief vom 18. wirst Du wohl vorgefunden haben und
      <lb n="23"/>gleich beantworten. Ich brauchte viele viele warme Briefe von Dir, um
      <lb n="24"/>Dich nicht so weit, weit fort zu empfinden. – Morgen werden hier leider
      <lb n="25"/>viele Gäste erwartet. Emmy Erlanger, Byk, mein Bruder Otto und Frau, Hof¬
      <lb n="26"/>rat Meyer und Frau, ein Ehepaar Worlitzky etc. Uebermorgen Montag Nach¬
      <lb n="27"/>mittag will ich wieder in Wien sein und dann will ich <hi rend="underline" n="">arbeiten</hi>. Ich
      <lb n="28"/>habe eine schreckliche Sehnsucht mich ganz in Arbeit einzuspinnen</p></div></body></text></TEI>