Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Dienstag, 11. Mai 1880, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1880-05-11.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-DD56-C.
11/5 Dinstag Nm.― Ludaßy, den ich heute Vorm. sprach, ist mit Schuld daran, daß ich mit dem Drama Die Unzufriedenen selbst unzufrieden wurde. Er fand den Stoff für einen Roman geeigneter; aber für einen schlechten, obwohl beachtenswerthe Ansätze drin seien. Über die Idee zu Vor der Welt, die ich ihm mittheilte machte er seiner Meinung in den Worten Luft: Das ist reizend, das ist ein prachtvoller Stoff; wunderhübsch.― Die „Liebe aus Mitleid“ scheint ihm auch der Ausarbeitung werth. Er liest mir nächstens den „Spleen“ vor, dessen Handlung er mir bereits erzählt; eine nette Lustspielverwicklung. Ich schwanke jetzt zwischen etwa ½ Dutzend Stoffen herum. Doch schreib’ ich in der nächsten Zeit jedenfalls etwas episches.