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Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Freitag, 9. Juli 1880, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1880-07-09.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-DD82-9.

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Freitag, 9. 7. 1880

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Freitag, 9. Juli 1880

9/7 Freitag Mg.― In einem Durchhaus im Ghetto unsrer Stadt wandelten zwei Liebespaare herum; das eine hoffnungsfreudig im ersten Funkensprühen der Leidenschaft, das zweite gleichmäßig umnebelt und umflammt von Melancholie und Leidenschaft. Mögen Eugen und Ida glücklicher werden als Fanny und ich, die sich nicht vergessen können, immer wahrer, glühender sich lieben, in eine trübe Zukunft schaun, inmitten einer unentwirrbaren Gegenwart wandeln ― ein Traumleben führen ohne Sinn und Aussicht.―

So raubte auch Eugen der Ida einen Kuss, die in glücklicher Angst, ängstlichem Glück zu der Freundin sich flüchtete; ― Fany und ich fassten uns Hand in Hand, drückten innig Lipp an Lippe ― Was wird draus werden? ―

Abend. Volksg. Von Mädchen war nur Fany, meine Fany dort, ich sass eine Weile neben ihr ― ringsherum alte und junge.― Elendes Leben.