Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Mittwoch, 19. Jänner 1881, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1881-01-19.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-DDE6-9.
19/1 Mittwoch Abd.― Zersplittert zerfasert ― weiss factisch nicht wo ein wo aus und schlage eine Masse Zeit todt. Dass sich mein Interesse nicht zu concentriren vermag und immer herumvagirt. Ich nenne mich nicht zerrissen ― denn das ist ein zu heftiger Ausdruck für das was in mir vorgeht; ― ich kann nur sagen, daß mich eine nagende Unruhe peinigt ― die verschiedenste Ideen und Entwürfe, Arbeiten und Vergnügung zu ihrem Spielball machen und ich im Grunde genommen nichts thue. Die alte Klage: dass ich eine Fülle von Eindrücken aufnehme, alles zu verarbeiten gedrängt werde, mit nichts zu Ende komme ― jeden Augenblick etwas neues anfange, und mich doch nichts vollkommen, souverain sozusagen ausfüllt.―
― „Noch der letzte Athemzug der Liebe ist ― Eifersucht.“