Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Dienstag, 25. Juni 1889, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1889-06-25.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-E185-0.
25/6 Dinstag. Gegen Abend.―
Sehr angenehm! ― Mit Mizi C. das ist ein reizendes Mädel, die mir Freund Theodor in die Ordination geschickt hat, kams natürlich wie es kommen mußte ― eines schönen Tages lagen wir uns in den Armen und liebten uns!
― Nun quält mich der eifersüchtige Gedanke: War sie Theodors Geliebte im wahren Sinn ―
― Eben ging sie von mir ― tausendmal geküsst … ein reizendes süßes Ding!―
Und dabei quält mich ― Jeanette ― Diese „Liebe“ die ich nicht los werde.― Dabei kamen neulich ein paar Abende, wo ich fast wieder in sie verliebt war ― Dabei sollt ich doch, gewitzigt, nichts neues anfangen ― und Helene?? Dabei körperlich nicht wohl.―
Soll medizinisch ― und literar. arbeiten. Durchspiele die halben Nächte! Oder muss in heller Früh von „ihr“ weg.
Gräßlich! ― Meine Nerven sind auf dem Punkt zu zerspringen.― In den Ferien soll ich nach Reichenau und Ischl ― treff also zuerst Olga und dann Adele! Ich gratulire.
Die Chronik des Juni