Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Mittwoch, 12. April 1893, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1893-04-12.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-E6A1-B.
12/4 Heute, wie ich Abds. ½7 von Haus weggehe, sehe ich Mz. an der Ecke stehn ― und rasch verschwinden, wie sie mich gewahrte.― Ich nahm einen entgegengesetzten Weg.― Ich war stark erschüttert. Folgende Ueberlegung: Vielleicht wieder eine Komödie, die sie sich selbst vorspielt, weiter in ihrem Stil.― Zweite: Sie liebt mich jetzt vielleicht mehr, als wenn sie mich nicht betrogen hätte, vielleicht mehr sogar, als wenn der Betrug nicht entdeckt worden wäre ― so wie ich sie „besser“ liebte, weil ich sie betrog ― wenigstens hatte ich damals die Empfindung.
Sehr quälte mich heute die unaufgeklärte P. Geschichte ― während ich R. überwunden habe;― einfach weil ich alles weiss.
Bei Siddy E.― Las „Braut“ und „Himmelbett“ vor, spielte Clavier; Gespräch über das Thema des cruelle énigme.