Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Mittwoch, 10. Mai 1893, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1893-05-10.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-E6BC-E.
10/5 Zu Mittag erscheint plötzlich Mz.― Blaß wie der Tod;― ich hatte einen grenzenlosen Ekel vor ihr trotz ihres Elends, trotz ihrer Kniefälle.― Ich sagte ihr’s; ich fand auch nicht ein milderes Wort und jagte sie beinahe fort.― Abds. war Gusti da; Mz. war eben vom Centralfriedhof, vom Grab meines Vaters nach Hause gekommen.― Gusti leidet unter dem gräßlichen Leiden Mz.’s; begreift aber meinen Ekel ganz gut. Allerdings sagt sie: man müsse milder gestimmt werden, wenn man es ununterbrochen vor sich habe, wie entsetzlich sie büße und herunterkomme.