Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Mittwoch, 17. Mai 1893, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1893-05-17.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-E6C3-5.
17/5 Camilla Th.― Erstgradiges Liebesgeständnis ihrerseits. ― Das ist eine kleine Schauspielerin, Jüdin, Patientin der Poliklinik ci devant; im vorigen Jahre hatte sie eine Art (nicht ganz zum Abschluss gekommenes) Verhältnis mit Salten; dem sie damals gestand, sie habe früher mich geliebt; aber habe es aufgegeben wegen Frl. Gl.― Nun nannte sie sich in ihrem Theaternamen mit dem Namen der Heldin des Märchen. (Offenbar wollte sie sich in meine Biografie hinein schwindeln.)
― Anstandhalber küsste ich sie.― Sie ist mir unsympathisch.
― Sie: „Sie haben es ja längst gewußt.“― Kommen Sie wieder wann es Ihnen Vergnügen macht.―
Trauriger Spaziergang.― Anlagen.― Leere.―