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Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Freitag, 23. Juni 1893, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1893-06-23.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-E6E8-C.

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Chronik

Freitag, 23. 6. 1893

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Freitag, 23. Juni 1893

23/6 Sitze nach einer 1½st. Bic.-Uebung im Hotel Hajek beim Frühstück ― und habe jetzt so recht das Gefühl meines Alleinseins. Es liegt viel Wehmuth und ein bischen Wollust drin.― Aber den Schmerz werd ich nun einmal nicht los, wenn ich an jenes Geschöpf denk, das mich so sehr betrogen und mich so sehr liebt ― und das ich so sehr betrogen und in Ekel und Hass noch heute liebe.― Sie sagte mir vor ein paar Tagen was ― nicht in Hurenfrechheit, sondern mit dem Fanatismus der schwachen: „Es hilft nichts ― wir sind doch für einander bestimmt ― und eines Morgens wirst du aufwachen und alles in dir wird geändert sein!―“

Abd. Fifi bei mir.― Gefühl in mir, als wär meine Seele ein trockener dumpfer Boden, der nur die Erlebnisse rasch einschlürft und trocken bleibt.―

Der Portier im Hotel H., der mich als Troppauer ins Fremdenbuch einschreibt, um dem Hotelier eine Freude zu machen!―