Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Mittwoch, 31. Oktober 1894, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1894-10-31.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-E8D4-0.
31/10 Von Mz. ein Brief im Ton des gestrigen, gleich beantwortet.― Abends mit Dilly spazieren, Wieden.― Beim Eintritt in die Taubstummengasse sag ich: Das ist die Tbstg.― Sie: Diese Gassen gefallen mir nicht. Ich: Mir ja. Mir ist die Wieden überhaupt sympathisch. Darauf sie: Wer weiss was du da erlebt hast ― vielleicht gerad in diesem Haus ― im ersten Stock! ― und wies mit dem Schirm hinauf ― Ich war fast starr ― es war nemlich genau das Haus, genau unter dem Fenster des 1. Stockes, wo ich vor 5 Jahren mit Mz. zusammen gewesen war!―
― Nm. war Richard da, aus Italien zurück.―
― Zu Haus fand ich ein Telegramm von Burckhard aus Berlin,― der mein Stück sofort gelesen und nun telegr. „herzl. gratul. ― tiefer Eindruck etc.“ ― Anfangs war ich so glücklich, dass ich hin und her lief und fast geweint hätte.― Ich schriebs gleich an Paul.― Ich freu mich aufs Aufwachen morgen früh.―
November