Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Mittwoch, 13. März 1895, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1895-03-13.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-E957-D.
13/3 Tag der Märzgefallenen ― nämlich: Ich holte Abds. Mz. R. von der Türkin ab; wir gingen zu „uns“, nachtmahlten dort.― Es war ganz ungezwungen, ohne Pathos, und sie wurde so natürlich mein, wie sich diese ganze Geschichte natürlich entwickelt hat.― Ich fragte sie ― ob ich wirklich der erste wär.― Sie war nicht gekränkt, sondern nur sehr traurig ― was allerdings auch wieder ein Raffinement sein kann.― Sie gab aber nicht Ruh, bis ich ihr schwor, dass ichs glaube; ich sagte aber: morgen glaub ichs nicht.― Endlich schwor ich,― um sie wieder lächeln zu sehn.― Wir sprachen dann noch viel, sehr gescheidt und sehr zärtlich; und es war sehr schön.― Ich staune … sagte sie später.― „Dass du nicht staunst ― nicht wahr?― Und du hast auch gar nicht das Gefühl: ,Oh was hab ich gethan’?“ ― Gar nicht.