Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Sonntag, 14. Juni 1896, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1896-06-14.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-EB22-6.
14/6 Nach Reichenau Nachm. Olga lag vor ihrem Haus, Chaise longue; plaudern, redete viele gescheidte Sachen, wie nie mit andern; oder lieber: in lebendiger Form.― Von Leidenschaften, die ins typische hineinreißen, daher die Liebe verdummt; von den Sünden, von den Sünden der Zellen. (Krankheiten entstehen dadurch.) ― Ein junges Mädchen das nach 1täg. Krankheit in Graz starb, die Tochter des Abgeordneten Neuwirth, war eben vor Tagen noch bei ihr gewesen; sie zeigt mir einen Brief von ihr, paar Tage vorm Tod geschrieben; soll an meinen Sachen viel Gefallen gefunden haben ― wir zwei, behauptet Olga hätten zueinander gepasst.― Schrieb in meinem Zimmer an Frwld.― Nachtmahl, Leute; Löti, Lili Sonnenthal, Felix’ Frau.―