Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Montag, 23. April 1900, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1900-04-23.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-F06A-F.
23/4 Prater; wo P. M. mit Cousine I. Sie war reizend, ihr Gebundensein, soll noch aerger werden, Geschäft.― Sie ist sehr übelgelaunt. Ich bin verliebt in sie aber doch mehr in meine Verliebtheit; habe eine wachsende Angst vor dem Altwerden, ein ungeheures Bedürfnis nach Zärtlichkeit, Geliebt-, Angebetet-, Bewundertwerden. Nur das befreit mich zuweilen von meinen Angstgefühlen.― Nm. war Dina M. da; sehr klug, wollte sie wäre schon schöner; sie wird es gewiss. Schloss vorläufig „Duell“. Will es als Traumstück umarbeiten.— Ging Abd. spazieren, bin wieder erotisch [wie] krank. Möchte alle haben. Hatte heut wieder einmal große Sehnsucht ein andrer zu sein als ich bin: schön, schlank, „ritterlich“.