Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Donnerstag, 15. Juni 1905, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1905-06-15.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-F773-D.
15/6 Vm. Besorgungen.―
Nm. Frl. Helmi Berg da, eine Russin, die mir geschrieben hatte. Sie erzählt mir, wie alle Russen, von meiner schriftst. Beliebtheit in Rußland; von den vielen Aufführungen (Märchen z. B., Literatur) den Gesamtausgaben ― und schien verwundert, dass hier 100 Leute die sie nach mir gefragt (ohne Ausnahme) gesagt, ah ― „der, der den Reigen geschrieben“ … ― Über das niedre geistige Niveau der hiesigen Studenten und Lehrer (sie ist Lehrerin und studiert Zoologie), den blödsinnigen Antisemitismus; über die russischen Zustände.―
Sie trank Thee mit uns, auch Paul M. war da, der dann fortging den „Juden“ in Tschirikow zu spielen.
― Mit O. bei Sikora’s. Im Garten, dann das Nachtmahl, auch Schönherr war da, ich clavierte, dann spielten wir ein bischen Roulette.―