Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Donnerstag, 25. Jänner 1906, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1906-01-25.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-F853-0.
25/1 Vm. bei Frau Rotenstern (russ. Zustände ― Kainz etc.) ― Besorgungen.―
Nm. am Roman.― Abends bei Speidels.― Georg Hirschfeld und Frau.― Seltsame Geschichte von Thomas Mann. Er schreibt eine Novelle Wälsungenblut. Geschwisterpaar, von Walküre heimkehrend liebt sich auf einem Bärenfell. Schluss: Die Schwester (verlobt) Was soll ich thun?― Bruder: Haben wir den Goi beganeft.― Auf Bies Ersuchen streicht Mann den Schlußsatz. Plötzlich schickt der Schwiegervater Manns 6000 Mark zum Einstampfen der Auflage: Denn in der Novelle ist, wie jeder wußte, was noch rechtzeitig auch an des Schwiegervaters Ohren drang, die Frau Manns, die ganze Familie portraitgetreu geschildert. Die Geschichte selbst natürlich erdichtet.― ― (Tragikomoedie des Literaten. Die Tyrannei des Stoffes.―)
Später kam Frau Brn. Hamar und redete Albernheiten astrologisch, magnetischer, prophetischer Natur. Ich wurde beinah unhöflich.―