Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Sonntag, 22. November 1908, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1908-11-22.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-FC37-C.
22/11 Vm. bei Oskar Straus; geschäftliches u. a. über Cassian,
bei Dohnanyi, gleiches über die Pantomime.
Mittag mit Mama A moll Quartett Schubert.
Nachm. Dr. Richard Tennhardt, von dem ich nichts im Gedächtnis zurückbehalten hatte als sein Gesicht; hatte ihn vor 17 Jahren in Halle kennen gelernt und später in Wien gesprochen. Jetzt ist er seit 10 J. Winter in Assuan, erzählte uns dann rührend-sächselnd-naiv von seiner Einsamkeit; und zeigte uns Briefe und Bild einer Colmarer Försterstochter, hübsch, 20 Jahr und sehr geneigt, ihm dem 55jährigen nach Aegypten zu folgen. Er wagt nicht … „wenn sie einen dann verläßt, ist es doch traurig“ ― Und erzählt dann hübsch von einem Mädel, das er in seiner Vaterstadt angesprochen, auf der Tram, die dann gleich 2 Tage bei ihm geblieben, gar nicht fortgehn wollte … was ihm gewissermaßen Muth zu der andern gemacht zu haben scheint.― Er blieb leider zu lang.―
Las Abds. „Rahl“ von Bahr.