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Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Samstag, 25. Dezember 1909, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1909-12-25.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-FDC5-A.

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Chronik

Samstag, 25. 12. 1909

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Samstag, 25. Dezember 1909

25/12 Von beinah gleichgiltigen Briefen aus in meiner Labilität Kopfweh. Nebelwetter. Heini zu Mama begleitet, mit O. zu Manassewitsch und Grethe (M. neulich von Julius operirt); mit O. zu Mama; O. und Heini ins Volkstheater zu Hansl; ich allein nach Haus. Nach Tisch kam Richard, wir plauderten 2 Stunden, von einer Schmucknotiz Sternbergs in der N. Fr. Pr. ausgehend, der urchristliche Gefühle im Stefansdom zu spüren vorgibt ― darüber daß die Juden der Juden Unglück sind.― (Bettelheim, Ganz, Hirschfeld.) Später, nach O.s Rückkehr, einiges weiter an „Mutter u. Sohn“.― Unsagbar herunter durch die quälenden Geräusche … geht die Depression in gleichem Tempo weiter wie das Leiden ― wohin führt es am Ende?―

Lese Lily Braun, Memoiren einer Sozialistin.―

Brief Schlenther Abends; mit Hinblick auf die Krise, von der ich ja gestern in den Blättern gelesen, habe er eigentlich gezögert ― nun wage er die Verantwortung nicht seinem präsumptiven Nachfolger die ungeheure Arbeit aufzubürden etc … Letzter Versuch, der ihm nicht gelingen soll.