Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Samstag, 11. März 1911, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1911-03-11.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-FF7E-A.
11/3 Vormittag dictirt; spazieren.―
Nm. gleichfalls im Park.―
Herr Fekete; wünscht meine Protektion; resp. günstige Voraussage, wenn von einem angeblichen Fabrikanten, der ihn engagiren will, Anfrage an mich gelangt. Waldau, der mit großem Erfolg gastirt hat, verabschiedet sich; ist sehr nett, riecht überstark nach Wein.
Anfangs zugleich mit ihm Poldi Andrian, der mich dann in einer neuen Hypochondrie consultirt; er fürchtet, wegen auftretender dédoublement-Gefühle, wahnsinnig zu werden, läßt sich fürs erste leicht beruhigen.― Hatte den „Weg ins freie“ nochmals gelesen, findet nun viel schönes; besonders die jüdischen Figuren, während er gegen die Hauptgestalt viel einzuwenden hat, die nicht Luft um sich hätte. Wir discutirten lang darüber; er blieb zum Nachtmahl, war recht anregend. Geht als Legationsrath nach Warschau.