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Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Donnerstag, 28. Dezember 1911, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1911-12-28.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-00A2-C.

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Chronik

Donnerstag, 28. 12. 1911

Aufenthaltsorte
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Unbekannt, 28. 12. 1911

  • Unbekannt

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Hrsg. v. Therese Nickl u. Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981.

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Donnerstag, 28. Dezember 1911

28/12 Von ½12 bis früh ½8 ohne eine Sekunde zu schlafen! Das erste Mal in meinem Leben. Gelesen und herumgegangen;― plastische Visionen, unerträgliches Ohrensausen, Brom ohne Wirkung;― geweint vor Wuth. Nach dem Bad und Frühstück unruhig geschlummert eine Stunde.―

In die Burg zu Rosenbaum. In Sachen der Kainzbüste.― Aufführungen im nächsten Jahr; vielleicht Beatrice. Die „Feier“ im Mai.― Berger hat sich neulich als „Antisemit“ declarirt. „Ich darfs ja sagen ― bin nur 1/16 Jude.“ ― Darauf R.: Ihr Vater ¼ ― also Sie ― ⅛!― Berger: „Nun ja ― so zwischen ⅛ und 1/16.“ ― F. E. und Gemahlin beklagen sich neulich, daß Gerasch nicht ins Burgtheater gehöre … „Er ist doch ein Jud“ … fügt die Gattin hinzu … ― Der Jüngere, F. E.s Nachfolger, über seine junge Gemahlin zu seiner Maitresse: „Was soll ich mit ihr anfangen. Sie sieht so jüdisch aus.“ Sein Telegramm nach der Brautnacht.― Dessen Mutter und die Kapläne. ― Nette Familie.

Nm. Religionslehrer Breuer, wegen Beitrag für eine Zeitung.―

Frau Tesi, mit russischen Vorschlägen.

Las Brods „Abschied von der Jugend“ (vom Autor übersandt) nicht ohne Begabung; im wesentlichen flüchtig, leer und prätentiös.―