Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Samstag, 4. Mai 1912, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1912-05-04.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0122-C.
4/5 Vormittag Tennis.―
Zu Schmutzer. Zu einer größern Radirung gesessen. Mit ihm und seiner Frau im Atelier. Dann im Garten geplaudert. Wie er sie entführen wollte.
Nachmittag am „Bernhardi“.―
Bei Brahm in der Loge mit O. „Ratten.“ Welche Natur ― trotz allem, dieser Hauptmann. Auch in seinen „schwächern“ Sachen, welche zweifellose Genialität. So gleichgiltig zum Theil und irgendwie unappetitlich diese Welt (in den Ratten), welche zwingende Kraft. Und bei mancher Ungeschicklichkeit und Leichtfertigkeit der Scenenführung ― welche wahrhaft dramatische Faust. Und wie sie dastehn, diese Gestalten. In der „Niedergangszeit“. Pippa … Ratten, … Schilling … man zeige mir die heutigen Dichter, die in ihrem Aufgang beßres gemacht haben.―
Bei Sacher. Brahm, Wassermanns, Brahms Neffe, W.s Bruder.