Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Mittwoch, 8. Mai 1912, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1912-05-08.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0126-8.
8/5 Vm. dictirt am Bernhardi, u. a.―
Zu Salten; er mit mir in unsern Garten und Haus.
Frl. Loewenstamm; hatte gestern mein Ölbild gebracht. Gut. Beurtheilung, Correcturen.
Nm. noch etliches an Bernhardi durchgesehn.
Brahm kam. Las das Stück ihm und Olga vor, von ½6-gegen 9. Es wirkte auffallend amusant. Ich war im ganzen befriedigt. Einwendungen von Br. Seiten nur gegen etliches im 4. und 5. Akt. Ich las gut; Br. bewunderte mein Tempo. War eigentlich überrascht, als er nicht glattweg erklärte das Stück spielen zu wollen; sondern fand, es müsse zuerst in Wien drankommen, wegen des spezifisch österreichisch-katholisch-jüdischen Themas. Auch hat er Bedenken, weil eben kein erotisches Motiv mitspielt.
Mein Nachgeschmack war gut.