Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Mittwoch, 9. April 1913, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1913-04-09.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0276-D.
9/4 Alberne Träume; ― von irgend einer Probe nach Haus, will mich noch bei Epply rasiren lassen; plötzlich in meinem Badezimmer: Herr Askonas (der im Bernhardi den Bezirksarzt Feuermann probirte, dem eine Patientin verblutet!) will mir (wohl vor einer Furunkeloperation) das Bein rasiren … (Die Freud-Schule könnte dies als einen verkappten Selbstmordwunschtraum deuten.)―
Mit O. Generalprobe „Muttersohn“ von Trebitsch ― ― als absoluter Schwachsinn wirkend; und doch nicht ganz ohne Talent. Typischer Mattoider. Zu Rosenbaum sagt ich (wie die allgemeine Empfindung war) ― es wäre traurig, dass das Burgtheater das so viel wichtiges zu thun, an so etwas unerhörtes Wochen der Arbeit verschwende; ich als Direktor würde es noch jetzt absetzen. Frau Tr. (die offenbar viel rings um sich gehört hatte) kam weinend zu mir, ich solle noch raten helfen; ― ich erklärt es für möglich durch Striche das schlimmste abzuwenden.―
Nm. mit Heini Urania; Kinemat.― Belehrendes.― Dann zeigt ich ihm alte Wiener Stadttheile.―
O. erzählte mir Äußerungen Steffis.―