Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Sonntag, 23. August 1914, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1914-08-23.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-046A-9.
23/8 Traum: Ich bin mit O. und dem Kaiser in einem mäßigen ganz leeren Zimmer, in einer Art Loge Frau Irene Mandl mit Lorgnon; Kaiser geht auf und ab; wir erwarten die drei ersten gefallenen Offiziere; ― da erscheint vorerst irgend ein (nicht sichtbarer) Diener, Parfum sprayend ― ich ängstige mich vor dem Leichengeruch ― will fort, O. hält mich am Arm, ich erwache. Dann fahre ich Rad etwa Matzleinsdorferstraße, aber irgendwie zum Centralfriedhof;― habe plötzlich ein zweites Rad in der Hand, führe es dann, wundre mich über meine Geschicklichkeit; komme in irgend ein Magazin (mit Monturen?) ― der Trödler Klein ist Besitzer ―
Vm. begleit ich Frl. Pollak zur Bahn.―
Abend Spaziergang Rettenbach.―
In der Kaiserkrone nach dem Nm. Gerty und Hugo, dieser als Landsturmltnt.; er war zuerst nach Pisino einberufen; jetzt dem Kriegsministerium zugetheilt, Fürsorge Arbeitslose.― Allerlei politisches und militärisches. Gerüchte über den Verrath etc.-