Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Sonntag, 12. Dezember 1915, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1915-12-12.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0645-0.
12/12 S. In Frühlingswetter von Hütteldorf auf den Höhen nach St. Veit; Stimmung matt ― das persönliche bekam wieder Macht; auch ging mir die zufällig zuletzt gelesene sog. „Kritik“ über K. d. W. (aus Schwäb. Merkur) nach; ― ein wahrer Ekel vor der Verlogenheit und Frechheit dieser Nichtse erfasste mich. Ich glaube wohl, dass ich heute der meist „beschimpfte“ deutsche Dichter bin. Viel wirkt da mit;― am Ende sogar (in letzter Linie!) ― wirkliche Mängel meines Wesens.
― Nm. am Fldb.―
Frl. Wittels, eine Schwester von Dr. W. besucht O. zum ersten Mal. (O. bettlägerig.)
Mit Prof. Reich ins Volksheim (Koflerpark).― Vor übervollem Saal las ich: Mörder und Wurstl; recht gut; Beifall besonders gross. Autogramme zu Gunsten der Blinden.― Spalier zum Wagen; mit Hochrufen. Maria Mayer, Ama und Mimi fuhren mit mir weg.―