Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Donnerstag, 4. Mai 1916, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1916-05-04.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-06D5-D.
4/5 Mit Kaufmann Lili Fingi Sievring, Jägerwiese ― Grinzing.― Mit K. über seine bevorstehende Musterung, sein Herzleiden (unbedeutend); Mathematik („Tautologien“), Philosophie (alle klugen Menschen sind doch einer Ansicht), Optimismus (K.: Man unterläßt manches nur aus dem Grund weil es schlecht, fast nie aus dem Grunde weil es gut ist).―
Schöner etwas siroccaler Sommertag.
― Nm. am Nachkl.
Hohewarte, wo O. mit Bachrachs. Spazieren Fürfanggasse; wunderbarer Blick. Schönheit Wiens. Goldne Abendsonne. Stephi liest mir aus dem letzten Brief U.s vor. Intriguen gegen ihn und seine Leute; antisemit. Hetze von Stabsarzt F. und Fürstin W. ausgehend, jüdische Aerzte und Schwestern zurückgeschickt, Verpflichtung der zurückbleibenden täglich Rosenkranz zu beten etc. (U. ist racenreiner Arier.) ―
― Heinis Rad ist gestohlen worden.