Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Freitag, 12. Mai 1916, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1916-05-12.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-06DD-5.
12/5 Dictirt „Sohn“.―
Zum Thee Frau Clara Pollaczek (früher Loeb), wir zeigten ihr das Haus, gingen dann im Türkenschanzpark spazieren. Sie malt seit 4 Jahren, jetzt, zum 20.mal eine Eva, hat aber keine Anatomie gelernt. Erinnert mich an von mir völlig vergessnes literar. aus ihrer Jugend ― Scenen von „Bob“, in der N. R. veröffentlicht,― Vertrag mit Fischer, den ich, Rendezvous bei der Votivkirche mit ihr besprach ― anonymer Brief ― (wahrscheinlich von Minnie Benedict ― so begann das Gespräch) ― Einstampfen des Buches auf Wunsch ihrer Eltern.― Vor ein paar Wochen hat sich der Mann ihrer Schwester (Anna, die Salten einmal heiraten wollte) umgebracht, wie vor 5 Jahren der ihre.― Noch sehr hübsch für ihre bald 40; und mit mancherlei Ambitionen. Verträgt sich schlecht mit ihrem 17j., gut mit ihrem 13j. Sohn.
― O. sagte manches boshaft kluge, nicht durchaus gerechtes über sie.
Nach dem Nachtm. bei Schmutzers; Billard.―