Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Dienstag, 27. Juni 1916, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1916-06-27.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-070B-1.
27/6 Vm. bei Spechts. Vom Krieg. Hoffnungslosigkeiten. Grenzverhältnisse. Ich muss immer die Socialdemokratie vertheidigen, die versagt hätte. Man vergißt, dass die intern. Demokratie, die den Frieden will ― ein paar Jahrzehnte alt ist ― der Absolutismus (in jedem Sinn) der den Krieg will (wollen muss) ― alt wie die Menschheit, eine eingeborene Idee.―
Nm. die Weiher Skizze gelesen. Hier wäre alles: Reinheit der Linie, Vielheit der Beziehungen, Tiefe ― d. h. alles was in meiner Seele ― und wer kann tiefer als in seine tiefsten Gründe ―?― Jetzt müßte man nur das Talent haben,― es zu schreiben. Aber ich wills versuchen.
― U. kommt um 7, erzählt mir auf meinem Balkon (auf St.s Wunsch, die sich von ihm „endgiltig“ getrennt zu haben glaubt ― und nicht einmal glaubt) die ganze Geschichte seines Liebeslebens seit seiner Kindheit. Wenig neues für mich. Will Ratschläge. Als gäb es Rath in solchen Dingen.
Nach dem Nachtm. bei Schmidls.