Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Dienstag, 10. September 1918, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1918-09-10.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0A2F-6.
10/9 Nm. mit O. bei Liesl. Abschied.― Anneliese photographirt uns auf der Wiese.―
Abreise mit O.; und Heinrich M. Politisches. Der Brief des Majors.― München. Marienbad.―
Parkhotel; Heinrich M. mit uns, herzlich,― in echtem Bedauern dass wir schon wieder scheiden müssen. Er hatte mich den „Brabach“ lesen lassen; nahm meine im ganzen sehr ablehnende Haltung nicht ganz überzeugt, aber sehr gut hin.
― Frau Roland (die hier gastirt) mit ihrem (halbjapan.) Gatten (der eine „Ethik“ schreibt); Gulbransson und Frau kommen an unsern Tisch.― Ich zu G. (der vor Jahren eine nicht sehr gelungene Carikatur von mir gemacht): „Jetzt sehn Sie mich wirklich.“ Er: „Ich habe Sie nicht gut gemacht …“
Im Hotel erwartet uns noch Paul Marx; ist jetzt in den „Kammerspielen“ (Falckenberg) engagirt.―
Nachzutragen über M. G., die ich diesmal nicht sah: wie sie auf der Bühne zu Paul, sich vor der applaudirenden O. verbeugend, flüstert ― auf ihre Perlen anspielend ― „So gut hätt ichs auch haben können, wenn ich gescheidter gewesen wäre …“ Auch dies gehört zur Geschichte ―!―