Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Montag, 6. Jänner 1919, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1919-01-06.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0AA5-F.
6/1 Vm. spazieren, Hohe Warte, Techet begegnet, der eben von Redlich kam (er hatte sein Vöslauer Haus dem Aerar vermiethet ― er kann die Herstellungskosten nicht bekommen; beklagt sich über die Verwüstung und Versauung, gymnasiastenhaft pornogr. Photografien u. dgl.);― ich zu Redlich; im Garten mit ihm und einem Hrn. v. Hebra, Bayer, Pannwitzjünger. Wir sprachen über den neuesten Spartakusputsch in Berlin; R. konnte sich kaum genug thun in Ausfällen gegen das Preußentum, redete manches kluge und manches verfehlt-geistreiche.―
Zum Thee Praes. v. Landesberger. Über Lili und ihren praesumptiven Bräutigam, den L. recht mittelmäßig findet. Er nimmt sie nach Haag mit. Über Wiens Zukunft;― Unfähigkeit des Staatsraths ― Thorheit eines Anschlusses an Deutschland in diesem Augenblick; Zusammenbruch des Sozialismus, Rolle der Juden im Bolschewismus.
Am Weiher ―