Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Samstag, 22. März 1919, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1919-03-22.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0AF0-A.
22/3 O. berichtet mir ausführlicher über ihr Gespräch mit R. K. (Gardas Mann).― Sie sagt kluge, z. Th. ganz richtige Sachen;― nur schade daß man immer irgend eine Einflußnahme spürt. Auch vom Leben her;― so wirkt jetzt die (sehr charmante) Jessie ― ganz schuldlos!― in unvortheilhaftrer Weise.― Wir reden ganz ruhig;― sie sieht ein ― und ich natürlich auch, daß nach fast 20jähriger Ehe keine Flitterwochen möglich;― beide bereit, sich zu bescheiden, aber über das Wie verschiedener Meinung. „Bessere Freundschaft als je“,― „niemand je was ich ―“ „innere Gebundenheit“ ― Nach der Unterredung habe auch ich ein gewisses Gefühl der Befreiung ― Spaziergang in kaltem Sturm Hohe Warte. Dem „Weiher“ nachgedacht. Begegnung mit Dr. Krips; Gespräch über Sozialisirung der Aerzte.― O. geht in die Generalprobe der Philharmoniker;― ich spüre in mir (ungerecht) mehr Erbitterung als sonst was.―
Nm. am Weiher.― Las Nachklg., 4. Cap. durch;― gut!―