Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Samstag, 14. Juni 1919, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1919-06-14.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0B44-C.
14/6 Vm. Intendanz. Mit Winter über das bisherige Fiasco des Schloßtheaters. Geschmacksmangel, Übelberathenheit Heines. Parteipolitisches Geschiele.
― Im Volksth. Mit Schauspielern. (Teubler, Götz u. a.) Frl. Markus; mit Geiringer, Bernau (Antigone Probe) ― über die politischen Möglichkeiten der nächsten Tage.
Begegnung mit Alex. Brauner, der immer mit der ungar. Räteregierung in Verhandlungen. Sie fühlen sich keineswegs mehr sicher. Was das Gesindel in Ungarn geraubt, damit bestechen sie hier ― soweit sie’s nicht an Ort und Stelle verfressen.―
Begegnung mit Hrn. Fleminger (Koppel u. Frisch) ― von den ruinirten Geschäftsleuten und Gutsbesitzern in Ungarn, Flucht und Elend.
Zu Tisch (statt des absagenden Moissi) Groß.― Die Putschgerüchte für morgen. Heitre Gespräche, nicht ohne Galgenhumor auf der Terrasse in Frühlingsschönheit.―
― Las Violas „Tagebuch“, sympathisch, aber dilettantisch. Ein Mscrpt. von Frau Fröschels (Sphynx), nicht ohne poetische Einfälle, aber in toto eine Läpperei.―