Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Donnerstag, 12. Februar 1920, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1920-02-12.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0C36-B.
12/2 Vm. bei Popper. (Über die Ankerbrotaffaire. Die Arbeiter bestanden in ihrem terroristischen Machtdünkel auf der Entlassung eines Arbeiters, der nicht Mitglied der Organisation werden wollte; der treffliche Chef Fritz Mendl verweigert das; die Regierung besteht auf der „Beurlaubung“, resp. verfügt sie in jesuitischer Auslegung einer noch bestehenden ― kaiserl. Verordnung; die Arbeiterzeitung pöbelt den „Ausbeuter“ Mendl in widerlich-antisemitischer Weise an!) ― Aus der Frühzeit des Antisemitismus.―
Nm. im Kino (Judex).
Zu Hause treffe ich noch Jessie, Hrn. Isepp und Hrn. Alph. Emil Rheinhardt an. Isepp zeigt Spitzen, entfernt sich mit Jessie;― Rheinhardt, etwas befangen, da er meine Abneigung kennt,― spricht von seinem Desequilibrement durch die Kriegserlebnisse.―