Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Sonntag, 28. März 1920, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1920-03-28.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0C63-8.

Download

Chronik

Sonntag, 28. 3. 1920

Aufenthaltsorte
Wiener Schnitzler
Weiteres

Sonntag, 28. März 1920

28/3 Vm. bei Rich. Specht, der nun mit Wanda in seiner frühern Wohnung haust und bald heiratet. Wera hat nachgegeben.― Wir sprachen über „Schwestern“ Aufführung; u. a.;― er fragte etwas vorsichtig schien mir nach O.Heini, kam zufällig, mit ihm heim.―

Schöner Frühlingsnachmittag. Ich arbeite ein wenig, auf dem Balkon, mühselig am Weiher weiter. Kommt er je zur Welt ― so wird er wahrscheinlich wie ein Kind aussehn, dessen Mutter während der Schwangerschaft Püffe in den Bauch bekommen hat.― Praeoccupirt durch den Brief, den zu schreiben ich mich unfähig fühle ― abgespannt, erbittert, schmerzvoll und allein. Spazierg. im sommerlichen Türkenschanzpark. Zerquält vom Zustand der Welt, von dem Gezwitscher in meinen Ohren, von meinem Leid.

N. d. N. bei Schmutzers.― Schönherr (aus Tirol zurück; die Theuerung dort). Oppenheimers (aus Hamburg zurück ― wohin sie Winters gingen, um dem Bolschewismus zu entgehen;― gerade dort erlebten sie einiges davon).