Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Sonntag, 23. Mai 1920, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1920-05-23.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0C9B-9.
23/5 Pfingstsonntag.― Vm. bei Popper Lynkeus; er lag zu Bett, hatte einen schweren stenocard. Anfall hinter sich. Heut Nacht Hallucinationen, deren er sich erinnerte, und von denen mir seine brave Anna näheres erzählte: er war in einer polit. Versammlung, schlug sich mit Socialdemokraten und Communisten herum, erklärte von Politik nichts mehr wissen zu wollen …― Er war sehr hinfällig; geistig aber recht frisch.―
Im Heimfahren Hr. Overhoff, seine Frau in Südtirol sucht was fürn Sommer, ich nahms als eine Art Schicksalswink ―
― Gerty zu Tisch.
Zum Thee außer ihr Ernst Specht (zum 1. Mal),― Hr. und Frau Dr. Lichtenstern. Specht und Gerty musicirten; (Clavier, Violine) Haendel, Beethoven. Promenade im Garten;― Frau Vilma schüttete mir, er Olga sein Herz aus. Alle, auch Franzl blieben zum Nachtmahl.―