Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Dienstag, 11. Jänner 1921, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1921-01-11.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0D84-1.
11/1 Reigen Probe.―
Zum Thee bei uns Hofrätin, Friedell; Dr. W. Bauer; Oskar Fried; Frau Petz mit Maler Kainer, Schütz, [Bubi B.-H.], Frl. Lindberg.―
Spät n. d. N. kam O. zu mir, erklärte, alle Leute seien minder aufrichtig als sie;― die Hofr. kühl, auch Frau L. traue sie nicht ganz;― und ich habe den Abend gestern sicher auch nicht allein verbracht … Ich fragte sie, ob sie durch solche Bemerkungen sich seelisch entlasten wolle ―; sie darauf: sie habe freilich kein Recht ― ich: gewiß … u. s. w. Sie sprach dann von Frau E. [Brun], die sich fern vom Hause, in ihrer neuen Ehe unglücklich fühle, obzwar sie doch ihre Kinder mit hätte u. s. w. ― was stehe nun ihr erst bevor … Ich darauf: daß ich sie nicht fortschicke; daß nur diese Situation absolut unhaltbar;― sie solle selbst einen Vorschlag machen … Dies war ihr unmöglich, und die lange Unterredung verlief resultatlos.