Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Donnerstag, 26. Jänner 1922, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1922-01-26.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0F00-4.
26/1 Früh bei Gisa. Sie war gestern mit O. zwei Stunden zusammen gewesen; hatte ihr gesagt: das wichtigste wär nun wohl dass ich endlich zur Ruhe käme. O. war recht heiter und „optimistisch“.
Dict. Briefe, Verf.; u. a.―
Nm. am „Verführer“.―
Abends zu O.; mit ihr genachtm.;― am Bett Almas gesessen. O. zieht später ihr schönes neues Kleid an; zeigt ihren Hut. Die Unterhaltung, sowohl mit O. allein, als insbesondre mit Alma harmlos, fast heiter … Über Marc’s Briefe;― Expressionismus;― Gropius, der frühere Mann A.s der in Weimar lebt; die neue asketisch-antisem. Bewegung, mit Itten an der Spitze;― bochische Geschmacklosigkeiten in Gr. Briefen (über sein Mäderl „die Frucht meines Stammes“);― Alma schickt den Brief „roth angestrichen“ Werfel auf den Semmering.
― O. voll allzu betonten guten Willens,― Zärtlichkeit,― meine Starrheit und Kühle bedauernd;― ich fühle einige Dissimulation und auch einigen Opportunismus.― Wie ich schon zu Hause bin, telefonirt sie mich nochmals zärtlich an.―