Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Montag, 30. Jänner 1922, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1922-01-30.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0F04-0.
30/1 Besorgungen in der Stadt.―
Nm. Briefe (u. a. an Brandes zum 80. Geburtstag).
Z. N. Georg Szell und Frau. Kapellmeister in Darmstadt, wiederholt er dringendst Hartungs Einladung an Heini ― als Regisseur in D. einzutreten. Heini erwidert, er fühle sich nicht reif dazu, außerdem sei ihm vorläufig das Spielen wichtiger; auch die Arbeiten in der Hofbibliothek beschäftigen ihn lebhaft. Es wird bestimmt, dass Heini in 3 Wochen mit Sz.s nach D. reist, um sich alles in der Nähe zu besehen.― Mir erscheint all das (wohl auch aus egoist. Gründen) um einiges zu früh;― doch kann ich kaum ernstlich abrathen; da die Constellation in jedem Sinn als günstig gelten muß. Das Haus ohne Heini ist mir vorläufig unvorstellbar ― aber auch ins unvorstellbare muß man sich fügen.― Szell spielte seine lyr. Ouverture, und dann, unvergleichlich Othello.