Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Samstag, 22. April 1922, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1922-04-22.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0F56-4.
22/4 München. Mit Kopfweh erwacht … Üble Stimmung, fast zu Thränen.― Besorgungen.―
Zu O.― Hatte ihr auf ihren Wunsch das Körner’sche Buch über mich gebracht;― sie sprach darüber ― insbesondre was er von meinem „Egoismus“ sagt; und sie besonders richtig fand.― Ich bat nur, mir „selbstlose“ Menschen zu nennen … sie meinte das führe auf ein Nebengeleise;― ich spürte, wie sich eigentlich nichts in ihr verändert,― sie sich doch noch ins Unrecht gesetzt fühlt;― wir spazierten schweigend, feindselig ― als wären wir noch glücklich verheiratet ― In die alte Pinakothek; wo wir beide ein wenig dissimulirten.―
Mittagmahlte allein in der „Jahreszeiten“ Bar.
Nm. im Hotelzimmer für die Vorlesung allerlei durchgenommen.―
Zu O.; mit ihr zu Schüleins, dort genachtm. Später kam Frau Grethe Lichtenstein, mit der sich O. gut zu verstehen scheint,― eben in Scheidung;― ruhige freundliche Frau.―