Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Samstag, 9. September 1922, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1922-09-09.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0FE2-5.
9/9 Berchtesgaden.― Vm. nach Königssee gefahren; spazierte über die Schönau zurück.
Mittags kamen (wir saßen eben bei Tisch) Hr. Stößler, Frau und Tochter. Frau St. die Dame, die seit Jahr und Tag im Europe wohnt Salzburg, vorigen Winter mit O. zusammen und mich einmal besuchte (um mich für O.s Rückkehr zu interessiren) … „Auch“ (muß ich leider sagen) eine désœuvrée ―; ihr Mann reicher Exporteur, Amsterdam, Hamburg, Wien, besucht sie oft (nicht geschieden) ― Altenberg Loos-Kreis ―
― Nachher alle Conditorei; harmlose Gespräche über die Zeitläufte.―
― Ich „heim“, am Verf.― Treffe später spazierend O. und Lili;― nachtm. wie immer zusammen.― O. spricht von Frau St. ― wie anspruchsvoll ― ― und daß sie sich ihren Hausfrauenpflichten entziehe.―
Früh erzählt mir O. ihren Traum;― sie werde zu Beer-Hofmann’s gerufen ― ein Feuer brenne unter Mirjams Polster;― Richard erregt, Paula theilnahmslos, O. löscht, hilft; Richard dankt ihr überschwenglich, sie möge nun oft herüberkommen!