Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Samstag, 24. März 1923, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1923-03-24.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-10A6-6.
24/3 Um 6 erwacht,― mit Herzschmerzen;― Weinkrämpfe so wirkt O.s „Nähe“.― Wie unheilbar ist diese Wunde … Und wäre längst geheilt, wenn ich nicht diesmal, stärker als je,― die Starrheit und Unveränderlichkeit ihres Wesens fühlte ― Ich spüre ihre Gedanken: „Es ist gut, dass es so gekommen ist. In dieser ‚Enge‘ hätt ichs nicht mehr ausgehalten: Ich bin über die andern (auch A.) ‚hinausgewachsen‘.“ ― Und so ist sie ― immer auf andrer Kosten ― „großartig“ ― wie sie auf andrer Kosten „impulsiv“ war.― So kümmert sie sich auch um die materiellen Dinge nicht ― auf Kosten andrer.―
― Vm bei Gustav, der viel wohler.
Bei Cl. P., die schon „`Entfremdung’ spürt“ (nicht mit Unrecht), sich aber beruhigen läßt.
Nm. weiter an Fr. d. R.―
Raoul Auernheimer besucht mich. (Über den „Unbestechlichen“ und Hugo den Unbedenklichen.) ―
Im Kino.―