20/5 Semmering. Mit C. P. (regnerisch) Johannes Promenade Dürrgraben.― Nm. ihre Verstimmung ― ihr Gefühl, dass ich sie nicht eigentlich liebe;― und besonders wären mir die Kinder mehr ― was ich nicht zu leugnen versuche. Ich beruhigte sie ein wenig; sie war klug, etwas rührend, ich fühlte in mancher Hinsicht ein Unrecht, und sie ging mir doch auf die Nerven.― Begleitet mich auf die Bahn. Abreise. Lese die „Geschwister Brentano“ im Zug. (Oben Olivia Wessel, Zwischen Traum und Leben, das eine Weile vielversprechend verläuft, um in Verwaschenheit zu enden.)
Am Südbahnhof soupirt.―
ACDH
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Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. (https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/)
Samuel Fischer, Konrad Maril an Arthur Schnitzler, 1927-05-20
Franz Nabl an Arthur Schnitzler, 20.5.1927
Quelle: Reinhard Urbach: Arthur Schnitzler – Franz Nabl. Briefwechsel. In: Studium Generale, Jg. 24, 1971, S. 1256-1270.