Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Samstag, 8. Juni 1929, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1929-06-08.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-1980-7.
8/6 Früh bei C. P.―
Dictirt „Spiel Sommerluft“.―
Nm. „geordnet“ ― Briefe u. dgl. ― von Lili.―
― Heut Nachts hatt ich geträumt; ein kleiner Hof an andre grenzend, etwa Frankgasse, wo ich gewohnt;― ich stehe am Fenster parterre, als wohnt ich dort; im Hof, auf Karren (?) sechs Packete, drei gelbe Mappen, drei andre;― wie zur Übersiedlung hergerichtet;― doch seh ich Polizei damit beschäftigt ― die saisiren will, weil herrenlos … ich schreie hinaus ― dass es mir gehöre ― meine Stimme (tonlos?) wird nicht vernommen;― dann in irgend einem Raum, amtlich, die Packete, Beamte; ein höflicher ― ; auf und ab eine Art Finanzbeamter in Uniform;― ob nichts steuerbares oder dgl. in diesen Packeten;― ich versuche zu überzeugen, dass all dies privat, Manuscripte, etc. ― lese plötzlich laut aus einem Tagebuch Lilis vor, was? ― und schluchze laut, etwas zu pathetisch. „Und dieses Wesen hat sterben müssen“,― was den (vornehmern) Beamten einigermaßen überzeugt.―
― Abds. bei C. P. genachtm. Radio Schubertbund (Ast, Weingartner).