Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Freitag, 3. Jänner 1930, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1930-01-03.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-1A51-C.
3/1 Berlin. Früh 8 ruft Suz. an ― Sie hatte in Wien meinen Anruf erwartet. Mein fast unbegreifliches „Mißverständnis“.― Ihre Stimme, ihre Worte (ihre Briefe). Sie fährt nach Paris (telef. schon von der Westbahn aus).
― Gegen Mittag Spaziergang, allein, Schlossgegend; alte Gallerie (Marées, Menzel u. a.) ―
Zu Tisch Esplanade mit Heini und Horch. Über Heinis Engagementsorgen.―
Abds. mit O. Berl. Theater (Klein) „Seltsames Zwischenspiel“ von O’Neill. Allerlei Talentzeichen; im ganzen naiv ja dumm, praetentiös. Nachher in der Garderobe zu Elisab. B., die ein schlechtes Gewissen hatte und zu der ich um so charmanter war … „Sie sind ein Ritter“ sagte sie. Sie sass da, noch halb im Costume des letzten Actes, dunkel, wie ein schlimmer Renaissancepage. Forster kam, (er hatte die männl. Hauptrolle gespielt); in ihm steckt etwas von Mitterwurzer.― Ich sagt es ihm auch.―