Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Samstag, 4. September 1920, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1920-09-04.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0D03-3.
4/9 Früh bei Lili;― Regen, spazieren.
Gisa und Lili essen mit mir beim Seewirth.―
Zum Thee bei Hellmann’s (mit Kfm., Vicki, Mimi, Ama). Eisenberger spielte sehr schön Chopin H moll Sonate, Brahms Sonate op. 5, Schumann Phantasie.― Es erschienen noch Jacob, Hugo u. a.― Plauderte später mit Nolly S.― Vicki schließt sich mir auf dem Nachhauseweg an; um Rath fragend: Jacob liest nächstens in Salzburg seinen Operntext vor;― Vicki soll hierauf die Wellesz’sche Musik, die nach V. eigner Ansicht unter jeder Discussion, auf dem Piano spielen;― erwägt, ob es ihm, wegen Paumgartner (Director des Mozarteums) nicht vielleicht doch irgend wie von Vortheil sein könnte ― zugleich graust ihm davor, und ich rathe ab.― Morgen liest Martha Str. bei Zuckerkandls ― ihr „neues Stück“ vor,― (Jacob: „Martha hat ein reizendes Stück geschrieben, sie wird es bei Ihnen vorlesen …“) Heldin ― (als komische Figur) ― die jüngst verstorbne Lili, zweite Frau ihres geschiednen Mannes ― W. Str.,― der sie, Martha bittet, das Stück zu inhibiren ― was Martha verweigert … Oh Literatentum.―
Beim Seewirth mit Auernheimer.―