Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Sonntag, 14. April 1929, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1929-04-14.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-1949-7.
14/4 S. Ordnen u. dgl.― Spaziergang im Regen.―
Nm. das überflüssige Zeitunglesen;― dann recht flüchtig am Zug, Spiel, Wort.―
Las in Cysarz, Schiller bis Nietzsche;― das Niveau außerordentlich, man bewundert die Kenntnisse, die Erfassung der Zusammenhänge in den verschiedensten Tiefen,― die Prägnanz des Stils, die Concentrirung, die Weite des Gedächtnisses;― und hat man eine Freude davon? Es bleibt ein Spiel des Geistes in allzu dünner Atmosphäre; und nur der Humor (der nur zu oft Wortwitz wird) ― bringt menschliches hinein. Gundolf hat mehr Seele, mehr Herzensantheil; Athempausen, in denen er mit dem Leser sterblich ist.―
― Unsagbare Müdigkeit; Kopfweh.―
Z. N. war C. P. da.―