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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 27. 4. 1906
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [28. 4. 1906 – 1. 5. 1906?]
Salten, Felix
Berlin
Textzeuge 1
Signatur A, Wien, Wienbibliothek im Rathaus, ZPH 1681, 2.1.516
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 7 Seiten, 3.652 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung mit Bleistift von unbekannter Hand Nummerierung der Doppelseiten des Konvoluts: »16«–»19«
Veröffentlichung 1
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 529–531.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Felix Salten, 27. 4. 1906. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03004.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L03004«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L03004.html |titel=Arthur Schnitzler an Felix Salten, 27. 4. 1906 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1906-04-27 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Freitag, 27. 4. 1906

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Arthur Schnitzler an Felix Salten, 27. 4. 1906

Dr. Arthur Schnitzler |27. 4. 906
lieber, Sie haben natürlich ganz recht. Unmöglich konnten Sie sich Brahm gegenüber als ungebetener Rathgeber aufspielen, und als ich mein Telegramm an Sie absandte, hatt ich begreiflicherweise nicht an irgend einen adhoc-Besuch od dergl bei Brahm gedacht, sondern an etwas beiläufigeres, ohne mir über das »wie« weitere Gedanken zu machen. (Damit dss Brahm auf Ihr Urtheil nichts geben könnte, sind Sie sehr im Irrtum.) – Nun hab ich die Sache indess auf andre, directe Weise zu ordnen gesucht. |(Dies vollkommen unter uns.) Nach Ihrem Brief, in dem Sie mir Ihr Gespräch mit R. erzählten u einen Brief Jacobsohns, der auch telephonisch eine Art Bereitwilligkeit R.s erfahren haben wollte, telegr ich an Brahm, ob er mir überlassen wolle Rittner zur Übernahme zu bewegen. Er konnte nichts dagegen haben, warnte mich für alle Fälle, wusch seine Hände in Unschuld etc. Ich telegr. nun an Rittner, der mir in einem sehr liebenswürdigen Telegramm nein sagte. Ich hatte es natürlich nicht anders erwartet – die Gegengründe lagen für Rittner zu nah, als dass er nicht von ihnen hätte |Gebrauch machen sollen. Aber ich wollte mir keine Vorwürfe zu machen haben – und da mir Rittner strengste Discretion zugesagt hat, hoffe ich dass nicht am End noch eine für die Wiener Aufführg (auf die ich schließlich doch nicht verzichten möchte) gefährliche Coulissenklatscherei heraus kommt. Sonderbar ist, dass vor 2 Jahren, nach Rittners Versagen (aus Unlust) an der Rolle alle, auch Brahm und ich dachten, Reicher wäre der richtige Darsteller für die Rolle. Nach der erschütternden Charakteristik, die Sie von seiner Auffassung geben, kann ich mir nun wohl vorstellen, was mir |bevorsteht. Übrigens gibt es meiner Empfindg nach nur einen Darsteller für den Julian: Wischnevski. Sie haben ihn ja als Onkel Wanja gesehen. Und Stanislawski als Sala wär auch nicht übel. Wir haben diese beiden, auch Ljuschin (Professor in Wanja), Leonidow, Frau Tschechow bei Rotenstern’s kennengelernt; auch im Theater hinter den Coulissen ein paar mal gesprochen. Es hat mich sehr gefreut, dass ihnen viel daran zu liegen schien, ein Stück von mir für ihr Theater zu bekommen. Jedenfalls gibt es keins, an dem ich lieber aufgeführt werden möchte. Sieht man solche |um alles dramatische unbekümmerte Gestalten- und Lebensstücke wie den Onkel Wanjaso ist einem, als braucht man sich nur hinzusetzen, um ein viertel Dutzend im Jahr zu schreiben. Und doch. . .  Allerdings fiele man auch durch. –
Tennis spielen wir schon ziemlich regelmäßig – d. h. meistens ich, Dr Kaufmann, Frl Erl, Olga seltener. Zuweilen geh ich im Pötzleinsdorferwalde spaziren. Es isschon beinah sommerlich, um mindestens vierzehn Tage weiter vor, als voriges Jahr. Neulich war Fred bei uns, der sich im Lauf der Jahre höchst vorteilhaft verändert hat. (Dieser |Tage wird er (wahrscheinlich von meinem Bruder) an Gallensteinen operirt.) –
Über Ihre Sommerpläne möcht ich recht bald näheres wissen. Meine Karte, Frau v Lützow betreffend, haben Sie wohl erhalten? Neulich war hier das Gerücht verbreitet, dass Sie auf ein paar Tage nach Wien kämen. Wie steht die Processangelegenheit? Ich stelle mir Ludassy verdammt wenig dazu gelaunt vor. –
Neulich, mit dem reparirten Rad (alles mögliche, 55 Kronen!) erster Versuch, in Neuwaldegg brach die Axe. Trotzdem bleibt die Sehnsucht nach den gemeinschaftlichen Partien bestehen. Haben Sie sich nicht die Sache wegen Daenemark |überlegt? –
Ich arbeite (am Roman) ziemlich regelmäßig aber ohne die nöthige Intensität. Mir thut es so leid, dass ich Sie in der B. Z. beinah niemals finde. Was machen Sie sonst? Ich nehme an, dass Sie mit administrativen und organisatorischen Arbeiten überhäuft sind. –
Seien Sie herzlich gegrüßt, ebenso Otti u die Kinder, von uns allen.
Ihr
A.
    Bildrechte © Wienbibliothek im Rathaus, Wien