Einstellungen

Ansicht
Faksimile
Bilder neben dem Text
Textkritik
Textkritische Zeichen
Langes-s (ſ)
Gemination m (m̅)
Gemination n (n̅)
Streichung
Hinzufügung
Markierung von Entitäten
Alle Markierungen
Personen
Werke
Orte
Institutionen
Ereignisse

Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 12. 6. 1894
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [12. 6. 1894 – 16. 6. 1894?]
Brandes, Georg
Textzeuge 1
Signatur Dk, Kopenhagen, Det Kongelige Bibliotek, Georg Brandes Arkiv, box 125
Typ Brief
Beschreibung 2 Blätter, 7 Seiten, 2.575 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Zufügungen
Ordnung auf der ersten Seite mit Bleistift »Schnitzler« und Briefnummerierung: »1«, das zweite Blatt mit »12/6 94« gekennzeichnet
Veröffentlichung 1
Georg Brandes, Arthur Schnitzler: Ein Briefwechsel. Herausgegeben von Kurt Bergel. Bern: Francke 1956, S. 55–56.
Veröffentlichung 2
Arthur Schnitzler: Briefe 1875–1912. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1981, S. 225–227.

Textqualität

Diese Abschrift wurde noch nicht ausreichend mit dem Original abgeglichen. Sie sollte derzeit nicht – oder nur durch eigenen Abgleich mit dem Faksimile, falls vorliegend – als Zitatvorlage dienen.

Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Georg Brandes, 12. 6. 1894. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00336.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00336«.

Wikipedia-Vorlage
{{Internetquelle |url=https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00336.html |titel=Arthur Schnitzler an Georg Brandes, 12. 6. 1894 |werk=Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren |hrsg=Martin Anton Müller mit Gerd-Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke |sprache=de |datum=1894-06-12 |abruf=2026-06-18 }}
Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Dienstag, 12. 6. 1894

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kalliope Verbundkatalog
Weiteres

Arthur Schnitzler an Georg Brandes, 12. 6. 1894

|IX. Frankgasse 1.
Wien, 12. Juni 94.

Hochverehrter Herr,

es ist nicht schwer sich vorzustellen, wie viel Bücher Sie zugesandt bekommen, und als ich mir erlaubte, Ihnen die meinen zu schicken, hab ich natürlich gehofft – habe aber gewiss nicht darauf gerechnet, dass Sie Zeit und Lust haben würden, die Bücher eines ziemlich Unbekannten zu lesen. Und nun habe ich Ihren Brief bekommen, mit all dem liebens|würdigen und ehrenvollen, das er enthält; und ich kann Ihnen gar nicht sagen, eine wie tiefe Freude er mir bedeutet hat. Auf eine kurze Reise, von der ich eben zurückgekehrt bin, hatte ich Ihr letztes mir unbekanntes Buch »Menschen u Werke« mitgenommen. Ich bin es gewohnt, Ihre Bücher mit der stillen Bewunderung zu lesen, die man großen und fernen Geistern entgegen|bringt; diesmal habe ich aber auch andres empfunden. Ich glaube, es war eine Art von Stolz. Mit einem Male ist meine Existenz in das Bereich Ihres Schauens gerückt, und wenn ich Ihnen sage, dass ich Sie verehre, so geht meine Stimme nicht unter den tausenden verloren, deren Namen Sie nicht kennen. Diese vielleicht etwas hochmütige Empfindung blieb mir |von der ersten bis zur letzten Zeile, – und, ich will es Ihnen nur gestehn, sie hat mir so wohl gethan, dass ich mir sehr fest vorgenommen habe, von Ihnen nicht wieder vergessen zu werden. Ihre Worte, hochverehrter Herr, sind mehr als Anerkennung, Lob, Ermuthigung – ich betrachte sie als Würde, die mir verliehen ist; – lassen Sie mich Ihnen aufs innigste dafür |danken.
Es ist Ihnen, hochverehrter Herr, kaum bekannt geworden, dass »Das Märchen« bereits aufgeführt worden ist. Man hat es in Wien, im Deutschen Volkstheater gegeben. Die zwei ersten Akte gefielen; der dritte misfiel so gründlich, dass er das ganze Stück mitriss. Insbesondere scheint man über die moralischen Qualitäten des Stückes wenig erbaut gewesen zu sein; – ein Kritiker rief mir zu: »Um |Reinlichkeit wird gebeten«; ein anderer sprach geradezu von der »wahrhaft erschreckenden sittlichen Verwahrlosung«, von der das Schauspiel Zeugnis gebe. Eine Berliner Bühne, die das Märchen schon angenommen hatte, trat auf den Wiener Miserfolg hin von ihrer Verpflichtung zurück, und somit kann ich wohl die Bühnenlaufbahn dieses Stückes als abgeschlossen ansehn. – Ich |habe mich beinahe verpflichtet gefühlt, Ihnen diese äußern Umstände mitzutheilen, die mich anfangs wohl verstimmt haben, die ich aber bald als das betrachten konnte, was sie sind – als äußere Umstände. –
Nochmals, hochverehrter Herr, bitte ich Sie meiner tiefsten Dankbarkeit und meiner unveränderlichen Bewunderung versichert zu sein,
Arthur Schnitzler
    Bildrechte © Det Kongelige Bibliotek, Kopenhagen