|Montag Abend.
Lieber Herr Dr,
danke für die »Liebelei«, die ich heute
Nachmittag erhalten und seitdem gelesen und wieder gelesen habe. Hätte ich sie schon
vorher gekannt, – den ersten Eindruck von Ihnen selbst anstatt von den Burgschauspielern empfangen, so würde die (an sich
vielleicht nicht so großen) Schwächen des Spiels, besonders des Spiels der Christine, mir nicht so viel
vom Besten verwischt haben. Ich kam ganz gedrückt aus dem Theater, ich konnte unter
dem Spiel Ihre Eigenart nicht überall herauserkennen. Es geht ja mit dem »Hannele« |auch so: erst dadurch, daß man das
Werk selbst kennt, ergänzt und unterstützt man den Theatereindruck, der sonst
unzulänglich bleibt, und wahrscheinlich wird es allen intimen und lebensfeinen, lebenseinfachen Kunstwerken so ergehen, auch bei guter
Darstellung. Das Theater ist eben nothwendig ein grobes Ding, was ein Dichter aber
mit seiner groben Hülfe in uns hervorrufen will, ist etwas so zartes.
Die »Liebelei« ist wunderschön. Von Ihnen Dreien, – von Ihnen
drei glücklichen Freunden, – sind doch Sie der Glücklichste.
Mit herzlichem Gruß Ihre
LouAS.
LouAS.
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