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Überlieferung

Versand  Empfang
Versand: 23. 5. 1896
Schnitzler, Arthur
Wien
Empfang: [24. 5. 1896 – 28. 5. 1896?]
Hofmannsthal, Hugo von
Tlumatsch
Textzeuge 1
Signatur D, Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift, Hs-30885,49
Typ Brief
Beschreibung 1 Blatt, 4 Seiten, 1.683 Zeichen
Handschrift schwarze Tinte, deutsche Kurrentschrift
Veröffentlichung 1
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Herausgegeben von Therese Nickl, Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1964, S. 66–67.

Textqualität

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Zitieren

Empfohlene Zitierweise
Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 23. 5. 1896. In: Arthur Schnitzler: Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren. Digitale Edition. Herausgegeben von Martin Anton Müller mit Gerd Hermann Susen, Laura Untner und Selma Jahnke, https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/L00546.html (Abfrage 18. 6. 2026)
Kurz-Identifier

Für gekürzte Zitate reicht die Angabe der Briefnummer aus, die eindeutig und persistent ist: »L00546«.

Wikipedia-Vorlage
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Quelldaten

Die Quelldaten (TEI-XML) dieser Edition sind über Zenodo dauerhaft archiviert und zitierbar: DOI 10.5281/zenodo.20309129

Chronik

Samstag, 23. 5. 1896

Aufenthaltsorte
Tagebuch
Wiener Schnitzler
Kulturveranstaltungen
Weiteres

Arthur Schnitzler an Hugo von Hofmannsthal, 23. 5. 1896

|Wien, 23. 5. 96.
Mein lieber Hugo, ich freue mich sehr dass Sie sich meiner erinnert haben u noch mehr, dass Sie bald zurückkommen. Im Juni wollen wir dann doch noch ein paar Mal zusammen sein. Und das eine Mal von den paar werde ich wohl das Stück vorlesen können. Ich habe jetzt mehr Zuversicht. Aber mit meinem ganzen Herzen bin ich doch nicht dabei. Vielleicht ist das sogar gut: vielleicht |ist es ein Fehler von vielen meiner Sachen, dass ich mit ihnen im Schreiben zu zärtlich geworden bin.
Ihren Artikel über Poesie und Leben habe ich als ein schönes Gedicht empfunden; aber es kam mir vor, als wenn Sie die Grenzen der Poesie zu eng gezogen hätten, während es doch Ihre Absicht war, sie zu erweitern. Woher eigentlich dieses sonderbare Bedürfnis kommt, über Kunst zu reden. Ich selbst fühl es manchmal, und |habe nachher immer oder oft das Gefühl etwas überflüssiges oder gar unrechtes gethan zu haben. Es kommt bestimmt nicht allein daher, dass das Theoretisiren einfach meinem Wesen nicht entspricht. Und meine Sehnsucht, ins Klare zu kommen, ist gewiss auch nicht gering. Und was Goethe, Lessing, Hebbel, was Sie und andre über Kunssagen, lese ich gern; manches beruhigt mich, indem es abschließt, andres bewegt |mich, indem es Thore aufschließt. Wir sprechen einmal darüber.
Brahm ist jetzt da, den ich persönlich gern habe. Gestern Abend waren er, Richard, Salten u. Schwarzkopf bei mir. – Gelesen hab ich die Frzs. Revol. von Taine, die Olla potrida des durchtriebenen Fuchsmundi, die Noten zum Divan und einen englischen Kriminalroman. – Mein Sommerplan ist jetzt Norwegen, Schweden, Dänemark; und eine Novelle. – Jetzt ist ein Gewitter mit Blitz und Donner und Abend geh ich zum »Zerrissenen«.
Herzlich der Ihre, AS.
    Bildrechte © Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main