|Baden 19/IX 96
Lieber Arthur! Ich bin schon Mittwoch Abends in Wien und möchte gerne den
Abend mit Ihnen beisammen sein. Schreiben
Sie mir ob Sie frei sind und wann Sie mich abholen möchten. Außerdem, bitte, nehmen
Sie mir für Donnerstag (Dörmann?)
einen Sitz (neben sich – oder
|Ecke) ins Raimundtheater – ja?
Schließlich dachte ich heute Nachmittag an »Liebelei« und »Freiwild«.
Sie machen das Leben – wissen Sie das Leben (nicht
das Leben das »so ist |wie – –«) sehr schwer. Duellirt man sich – wird man
unfehlbar erschossen; Duellirt man sich nicht, – no da wird man doch erst recht
erschossen – das ist schrecklich. Im übrigen könnten Sie nicht 6 Akte aus den zwei
Stücken |machen? Nur immer abwechselnd einen Akt von Liebelei und Freiwild
spielen lassen?
Der Lobheimer wird im I Akt
nicht gefordert, sondern statt des Mitterwurzer kommt ein Briefträger – der auch zweimal läutet, |mit einem Expressbrief – der Fritz soll aufs Land zu seinen
Eltern. Im II Akt (I. Akt Freiwild) beleidigt er –.
Im IV Akt (II Akt |Freiwild) überlegt er sich die Sache. Im V Akt
(III Akt Freiwild) wird er todtgeschossen –
»Gruppe« sagt die Sandrock. Im VI Akt (III Akt
Liebelei) teilt mans |dem »süßen Mädel« mit. Sehr feine
Verkettung: Sonnenthal ist Geigenspieler am
Josefstädtertheater! Die Schauspielerin ist an
der Josefstadt, im Sommer im Bade|ort – Ischl – Ha! Bitte schlagen Sie mich nicht
todt.
Herzlichst
Richard
Richard
|Da ich sehe daß das Couvert
durchsichtig ist und das »Todtschlagen« die Polizei beunruhigen könnte so nehme
ich noch ein Couvert drüber.
R
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